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Everyday Life; Mama mag heute nicht!





Mama mag heute nicht!

Es gibt Tage, an denen würde ich am liebsten streiken!

Windeln wechseln, puzzeln, stundenlang die selben Bücher vorlesen? - Gott! Bleib mir vom Leib!
Fragen meines Mannes, wie "ist noch Butter da?" möchte ich am liebsten damit beantworten, dass ich sein Gesicht in die, natürlich vor ihm stehende, Butter tunke. Sehr erwachsen und kontrolliert. 

Bitte versteht mich nicht falsch! Mein Leben mit meiner Familie ist wundervoll und ich liebe es. Aber manchmal, ja manchmal einfach nicht so sehr. Ja, man darf sowas aussprechen! Ich bin unglaublich gerne Mama und wir haben keine Sekunde lang die Entscheidung, eine Familie zu gründen, bereut. Auch unsere oder besser meine Entscheidung, die ersten drei Jahre in erster Linie von daheim zu arbeiten und das auch nur für eine sehr beschränkte Stundenzahl und dadurch implizit die Entscheidung gegen eine Fremdbetreuung in den ersten Jahren, ist für uns nach wie vor richtig.
Allerdings bin ich nicht das geborene Muttertier. Mein Kinderwunsch kam erst mit Mitte dreizig. Auch die Liebe zu unserem Sohn hat sich erst von einer zarten Pflanze - hey! Du hast also 41 Wochen in mir gewohnt! Wow! Ich bin verliebt, aber Du machst mir auch ein bisschen Angst - zu einem Mammutbaum entwickelt. 

Wie heisst es, auch die Eltern werden erst mit der Ankunft des Kindes geboren. Ein schönes Gleichnis, welches mir den Druck nimmt, perfekt sein zu müssen, stecke ich doch noch in meinen Mama-Kinderschuhen. 

Authentizität ist ein weiteres Stichwort. Meiner Meinung nach kann ich nur so unserem Kind ein Vorbild sein.

Vermutlich kennt jeder den Moment oder die Momente, in denen - gefühlt- einem das ganze Leben um die Ohren fliegt. Wieso sind alle nur so viel besser im erwachsen sein? Sind sie nicht! Keine Sorge! 
Es ist normal und die meisten von uns werden vermutlich keine Superhelden sein! Wir alle machen Fehler, treffen falsche Entscheidungen oder reagieren nicht angemessen. Ich gestehe mir diese Fehler zu und ein, versuche daraus zu lernen und mich nicht davon auffressen zu lassen. Was aber, wenn doch? Denn:

Manchmal finde ich alles doof!

Dann würde ich gerne ausbrechen! Sehe mich als Freigeist in einem Loft in London, Helsinki oder New York! Hach! Was soll der Geiz? Tauscht "oder" gegen "und"! Das Geld habe ich, weil ich eine super Kariere als Träumerin hingelegt habe. Meine Freunde wären -zwar kaum möglich - noch etwas cooler als meine jetzigen Freunde und meine Abende würden IMMER! mit einem Cofe To Go im Morgengrauen enden.

Frei und ungebunden! Oder auch frei und schwerelos.
Klingt das nicht unglaublich? 

Tatsächlich habe ich weder Loft noch fabelhafte Karriere.

Ich habe ein fabelhaftes Kind!

Was nun?

Um meine Batterien wieder zu laden, gehe ich mit Freunden essen, bummeln, mache meine Musik und Sport oder versuche, mich abends ein bisschen zurück zu ziehen.

Dann - wenn ein wenig Abstand da ist, es reichen mir ein paar Stunden im Monat - finde ich in meinem Kopf den kurzfristig vergessenen Gedanken, dass ich weder die kleinen Ärmchen, die sich um meinen Hals schlingen und das kleine Mäulchen, dessen Atem irgendwie immer leicht nach Karamell duftet und mir ein "Ich liebe Mama dolle" ins Ohr flüstert noch die Gespräche, verbal oder nonverbal, welche ich mit meinem Mann führe, gegen ein olles Loft eintauschen würde.

Es heisst aber auch nicht, dass ich mich und meine Träume verliere. Es bedeutet Achtsamkeit, sich an dem zu erfreuen was ich habe, aber auch Ideen sammeln, Projekte planen und umsetzen, um nicht vom Alltag verschlungen zu werden.

.....und was genau spricht eigentlich gegen ein Loft mit Mann und Kind? ;-)

Eure Chris 


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